16.09.2008    „Was ist denn ein Ammonit?“
-sib- Seppenrade. So mancher Seppenrader wurde schon schwer von seinen Mitmenschen enttäuscht. Da verkündet der „Bergdörfler“ mit stolzgeschwellter Brust, dass in seinem Heimatort der größte Ammonit der Welt gefunden wurde, und dann das: „Was ist denn ein Ammonit?“, muss er sich fragen lassen. Ja, was ist denn nun eigentlich ein Ammonit? Damit der Seppenrader in Zukunft genauestens über sein Wahrzeichen aufklären kann, hier das nötige Hintergrundwissen.
Am 23. Februar 1895 erreichte das Westfälische Museum für Naturkunde eine telegrafische Depesche: „Seppenrade. Zweiter Riesenammonit gefunden, Durchmesser 180 cm.“ Denn schon 1887 war im selben Seppenrader Steinbruch ein Ammonit von immenser Größe entdeckt worden. Dieser wurde nun durch den zweiten Fund in den Schatten gestellt. So groß war der Ammonit, dass sechs Pferde benötigt wurden, um das Fossil ins Landesmuseum nach Münster zu transportieren. Aus Furcht, dass der Boden des Museumsgebäudes das erhebliche Gewicht des Riesen nicht tragen könnte, musste er durch Eisenstangen verstärkt werden.
Am 23. Februar 1895 erreichte das Westfälische Museum für Naturkunde eine telegrafische Depesche: „Seppenrade. Zweiter Riesenammonit gefunden, Durchmesser 180 cm.“ Denn schon 1887 war im selben Seppenrader Steinbruch ein Ammonit von immenser Größe entdeckt worden. Dieser wurde nun durch den zweiten Fund in den Schatten gestellt. So groß war der Ammonit, dass sechs Pferde benötigt wurden, um das Fossil ins Landesmuseum nach Münster zu transportieren. Aus Furcht, dass der Boden des Museumsgebäudes das erhebliche Gewicht des Riesen nicht tragen könnte, musste er durch Eisenstangen verstärkt werden.
Prof. Landois, Direktor des Museums für Naturkunde in Münster, nahm die Erstbeschreibung des Am- moniten vor.
Doch welche Geschichte verbirgt sich hinter dem versteinerten Koloss? Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Ammoniten zur gleichen Zeit wie die Dinosaurier lebten, diese im Wasser, jene meist an Land. Die Verweildauer der Ammoniten zieht sich über 350 Millionen Jahre, vom Erdzeitalter Devon bis zur Kreidezeit. Der erste sichere Vertreter der Ammoniten wird im Unter-Devon vor circa 417 Millionen Jahren vermerkt. Für Ammoniten, wie auch für Dinosaurier sollte die Kreidezeit ihr letztes Lebenszeitalter markieren.
Ammoniten gehören zu den Mollusken (Weichtiere) und sind sogenannte Kopffüßer (ähnlich wie Tintenfische). Die Außenschale, die heute als versteinertes Fossil bekannt ist, besteht aus verschiedenen Bereichen: der Wohnkammer, in der sich der eigentliche Weichkörper des Tieres befand, und dem sogenannten Phragmokon. Der Ammonit wuchs, indem der Weichkörper weiter nach vorne rutschte, in eine neue Wohnkammer, und er die alte mit einer Kammerscheidewand (Septum) verschloss. Das Phragmokon besteht also aus vielen alten Wohnkammern.
Die Kammerscheidewände (Septen) sind mit der äußeren Gehäusewand durch Verwachsungsnähte verbunden, die deutlich von außen zu erkennen sind und den Ammoniten ihr charakteristisches Aussehen geben. In den Septen befinden sich Öffnungen, durch die sich ein „schlauchartiger Körperfortsatz“ des Weichkörpers zog: von der Wohnkammer durch das gesammte verkammerte Phragmokon. Dieser „Schlauch“ wird als Sipho bezeichnet. Durch ihn erreichte der Ammonit seine hydrostatische Funktion. Was das wieder bedeuten soll? Diese Funktion ermöglichte dem Ammoniten seine vertikale Fortbewegung. Vorzustellen ist das wie folgt: Je tiefer sich der Ammonit im Meer bewegte, desto größer war der Druck des Wassers. Der Ammonit musste den Druck, der in den Kammern des Phragmokons herrschte, der jeweiligen Meerestiefe anpassen. Dies geschah durch den Sipho. Er fungierte als „Pumpe“, da er mit einer Schicht überzogen war, die für Flüssigkeiten durchlässig war. Wollte der Ammonit „aufsteigen“, konnte das Wasser, das sich in den Kammern des Phragmokons befand, in den Sipho eindringen und so nach außen transportiert werden. Der Druck in der Kammer war nun geringer als der Druck in der jeweiligen Meerestiefe, und der Ammonit bewegte sich aufwärts.
Dass Ammoniten über den Sipho verfügten, kann anhand des Gehäusefossils nachgewiesen werden.Ansonsten ist über den Weichkörper recht wenig bekannt. Allerdings gibt es auch heute Lebewesen, die denen der Ammontien sehr ähnlich sind: die Nautiliden. Von ihrem Weichkörper können Rückschlüsse auf die Ammoniten gezogen werden.
Wenn in Zukunft also die Sprache auf das Wahrzeichen Seppenrades kommt, dann sollten die Einwohner in der Lage sein, auf interessierte Fragen ganz entspannt zu reagieren, ganz getreu dem Motto: „Also, Ammoniten, das sind besondere Geschöpfe aus der Urzeit. Sie lebten . . .“
Ammoniten gehören zu den Mollusken (Weichtiere) und sind sogenannte Kopffüßer (ähnlich wie Tintenfische). Die Außenschale, die heute als versteinertes Fossil bekannt ist, besteht aus verschiedenen Bereichen: der Wohnkammer, in der sich der eigentliche Weichkörper des Tieres befand, und dem sogenannten Phragmokon. Der Ammonit wuchs, indem der Weichkörper weiter nach vorne rutschte, in eine neue Wohnkammer, und er die alte mit einer Kammerscheidewand (Septum) verschloss. Das Phragmokon besteht also aus vielen alten Wohnkammern.
Die Kammerscheidewände (Septen) sind mit der äußeren Gehäusewand durch Verwachsungsnähte verbunden, die deutlich von außen zu erkennen sind und den Ammoniten ihr charakteristisches Aussehen geben. In den Septen befinden sich Öffnungen, durch die sich ein „schlauchartiger Körperfortsatz“ des Weichkörpers zog: von der Wohnkammer durch das gesammte verkammerte Phragmokon. Dieser „Schlauch“ wird als Sipho bezeichnet. Durch ihn erreichte der Ammonit seine hydrostatische Funktion. Was das wieder bedeuten soll? Diese Funktion ermöglichte dem Ammoniten seine vertikale Fortbewegung. Vorzustellen ist das wie folgt: Je tiefer sich der Ammonit im Meer bewegte, desto größer war der Druck des Wassers. Der Ammonit musste den Druck, der in den Kammern des Phragmokons herrschte, der jeweiligen Meerestiefe anpassen. Dies geschah durch den Sipho. Er fungierte als „Pumpe“, da er mit einer Schicht überzogen war, die für Flüssigkeiten durchlässig war. Wollte der Ammonit „aufsteigen“, konnte das Wasser, das sich in den Kammern des Phragmokons befand, in den Sipho eindringen und so nach außen transportiert werden. Der Druck in der Kammer war nun geringer als der Druck in der jeweiligen Meerestiefe, und der Ammonit bewegte sich aufwärts.
Dass Ammoniten über den Sipho verfügten, kann anhand des Gehäusefossils nachgewiesen werden.Ansonsten ist über den Weichkörper recht wenig bekannt. Allerdings gibt es auch heute Lebewesen, die denen der Ammontien sehr ähnlich sind: die Nautiliden. Von ihrem Weichkörper können Rückschlüsse auf die Ammoniten gezogen werden.
Wenn in Zukunft also die Sprache auf das Wahrzeichen Seppenrades kommt, dann sollten die Einwohner in der Lage sein, auf interessierte Fragen ganz entspannt zu reagieren, ganz getreu dem Motto: „Also, Ammoniten, das sind besondere Geschöpfe aus der Urzeit. Sie lebten . . .“