Der Rosengarten in Seppenrade


Entstehung und Entwicklung des Rosengartens

Seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts besteht in Seppenrade ein Heimatverein. Die Zielsetzungen des Vereins sind Kultur und Heimatpflege, interesse wecken für die Heimat- kunde, Pflege des heimatlichen Brauchtums, Aufarbeitung der Ortgeschichte, Umwelt-, Landschafts- und Denkmalschutz. Weiterhin Mitwirkung an aktuellen Problemen der Dorfentwicklung.

Auf dem Gelände einer ehemaligen Müllkippe am Ortsrand von Seppenrade begann man unter der Führung des Heimatvereins 1968 einige Rosenbeete anzulegen. Frauen aus dem Dorf übernahmen ehrenamtlich die Pflege dieser Beete. Dieser kleine Rosengarten wurde im Laufe der Jahre dreimal erweitert auf nun 18753 m². In dem Garten sind zur Zeit etwa 600 Rosensorten und 24000 Rosenpflanzen. Diese Parkanlage wird auch heute noch von ehrenamtlichen Kräften gepflegt. Das Pflegen der Beete erfolgt über Patenschaften. Zur Zeit arbeiten im Rosengarten 54 Rosenfrauen und 63 Rosenmänner. Einige Rosenmänner, die bereits Rentner sind, treffen sich jeden Mittwoch von 8 Uhr 30 bis 11 Uhr 30 zu besonderen Arbeitseinsätzen. Die Anlage ist in einem sehr sauberen und sehr gepflegten Zustand. Das Spritzen und Düngen der Rosen wird von Fachleuten im Verein für alle Beete durchgeführt. Das Heimathaus, das mitten im Garten steht, wurde von ehrenamtlichen Mitarbeitern des Vereins 1997 – 98 gebaut. Es wird für Gartengeräte und Maschinen genutzt. Auch öffentliche Toiletten stehen den Besuchern hier jederzeit zur Verfügung. Die Parkanlage ist ganzjährig geöffnet und der Eintritt ist frei. Etwa 2,5 km gepflasterte Wege und 39 Ruhebänke stehen den Besuchern von nah und fern zur Verfügung. Die Frühjahrsblumen ziehen schon einige tausend Besucher an. Von Juni bis Ende August ist die Anlage ein Blütenmeer. Eine Musiklaube mit Bühne und ein Schachbrett von 25 m² mit hölzernen Schachfiguren können kostenfrei genutzt werden. Auch ein Teich mit 70 m³ Wasser, Seerosen und über 300 Zierfische ist vorhanden. Einige Rosenfachleute bieten Führungen und Rosenschnittkurse an.

Rosengarten

Die Bedeutung des Rosengartens lässt sich nicht nur mit nackten Zahlen belegen. Vergleicht man ihn mit anderen Parks und Gärten, so würde er in einem Vergleich nach der flächenmäßigen Ausdehnung sicherlich sehr weit hinten liegen. Die Einmaligkeit ergibt sich jedoch aus anderen Betrachtungen. Die Anlage ist von Anbeginn an durch den Gemeinschaftssinn der Seppenrader Bürger geprägt. Diese unentgeltliche, ehrenamtliche Tätigkeit fast 40 Jahre lang hat nicht nur zum heutigen Zustand des Gartens geführt, sondern nebenbei auch noch das Heimathaus, dass Bestandteil des Gartens ist, entstehen lassen. Das wird beispielsweise auch während des Rosen- und Lichterfestes, dass für die Finanzierung der Anlage genutzt wird, am 3. Wochenende im August deutlich. Zum Auf- und Abbau sowie zur Betreuung der vielen Gäste stehen über 300 ehrenamtliche Helfer bereit. Im Tourismus des Münsterlandes und des Ruhrgebiets hat der Rosengarten mittlerweile einen festen Platz. Obwohl diese Gegenden nicht gerade arm an Sehenswürdigkeiten sind, geht kaum eine Busfahrt am Rosengarten vorbei. Dies gilt hauptsächlich für die Monate Mai bis Oktober.

Unter den Rosenfreunden in Deutschland gilt der Garten als vorbildlich. So äußerte sich der Präsident des Vereins „Deutsche Rosenfreunde e.V.“ Bernd Weigel, anlässlich eines Treffens in Seppenrade 2004: „Es gibt viele schöne Rosendörfer und Rosenstädte, aber Seppenrade ist für alle ein Vorbild.“ Dr. Jürgen Lambert, Koordinator im VdR äußerte sich: „.... aus der Sicht des VdR ist Seppenrade eine Perle in unserem Verein, vorbildlich in vieler Hinsicht.